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Wenn die Heizung im Sommer pausiert oder nur für die
Warmwasserbereitung läuft, lohnt sich ein kritischer Blick auf die
Anlage.
„ Auch wenn der Schornsteinfeger bei seiner jährlichen Abgasmessung
nichts zu beanstanden hat, kann der Kessel unnötig Energie verlieren.
In den ersten kühlen Herbsttagen wird die Heizanlage wieder ein- oder
auf Heizbetrieb umgeschaltet. Aber mit dem Knopfdruck allein sollte es
nicht getan sein. Mit dem Gang in den Heizkeller sollte auch eine
Funktionsprüfung der Heizung verbunden sein, um Energie zu sparen und
nicht am Ende der Heizperiode vor einer unverhältnismäßig hohen
Heizkostenabrechnung bzw. Öl- oder Gasrechnung zu stehen. Vor Beginn
der Heizperiode kann es nützlich sein, einen Heizungsinstallateur mit
der Wartung von Kessel und Brenner zu beauftragen“, so Werner
Eicke-Hennig. Leiter der „Hessischen Energiespar-Aktion“.
Laut EnEV besteht die Pflicht zur Wartung und Instandhaltung von
Heizungsanlagen. Wir empfehlen:
• Während des Heizbetriebes die Höhe von Kesselwasser- und
Vorlauftemperatur überprüfen und gegebenenfalls dem tatsächlichen
Bedarf anpassen.
• An der Schaltuhr der zentralen Regelung die Zeiten für die
Nachtabsenkung oder -abschaltung sowie die speziellen
Wochenend-Heizprogramme prüfen oder neu festlegen.
• Mit Hilfe der Bedienungsanleitung die einwandfreie Funktion der
außentemperaturgeführten Steuerung und der Umwälzpumpe kontrollieren.
Bei Mängeln einen Wartungsdienst mit der Reparatur beauftragen.
• Wenn das Heizwasser in den Heizkörpern gluckert, die Heizung
entlüften. Sonst verhindern Luftpolster in den Heizkörpern die
Zirkulation des Heizwassers und damit die Wärmeabgabe in den Raum.
• Stellung der Thermostatventile an den Heizkörpern prüfen und in der
Übergangszeit kaum genutzte Räume unbeheizt lassen.
• Die regelmäßige Reinigung eines Heizkessels macht sich bezahlt. Bei
Ölkesseln erhöht eine Rußschicht von einem Millimeter Dicke den
Brennstoffverbrauch um etwa 5 Prozent.
• Zirkulationspumpen für das warme Wasser dürfen nicht rund um die Uhr
betrieben werden. Wird die Pumpe für acht Stunden in der Nacht
abgeschaltet, können beim Einfamilienhaus 30 bis 100 Liter Heizöl pro
Jahr eingespart werden. Die Ersparnis ist noch größer, wenn die
Zirkulationspumpe nur bei Bedarf eingeschaltet wird.
• Die zentrale Regelung sollte so exakt wie möglich dem Wärmebedarf
angepasst sein. Zu warmes Heizwasser verursacht in den Rohren
Wärmeverluste. Wird die Heiztemperatur nachts abgesenkt oder der
Heizkessel außerhalb der Frostperiode nachts ganz abgeschaltet, lassen
sich bis zu 10 Prozent Brennstoff sparen. Auch ist die nachträgliche
Wärmedämmung der Heizungsrohre sinnvoll. Wird das Rohr mit 30
Millimeter dickem Dämm-Material ummantelt, sinkt der Wärmeverlust auf
etwa 35 Kilowattstunden pro Meter und Jahr. Ohne Wärmedämmung beträgt
der Wärmeverlust 235 Kilowattstunden pro Meter und Jahr.
• Thermostatventile ermöglichen automatisch konstante Temperaturen. Im
Vergleich zu anderen Energiesparmaßnahmen am Haus sind sie in ihrem
Preis - Leistungs-
Verhältnis unschlagbar, denn sie können sich schon binnen zwei Jahren
bezahlt machen.
• Einbau von Thermostatventilen: Laut EnEV müssen sämtliche Heizkörper
in zentral beheizten Wohngebäuden mit Thermostatventilen ausgerüstet
sein.
• Der Austausch der Heizungsumwälzpumpe gegen eine neue Stromsparpumpe
kann die Stromkosten der Heizanlage spürbar senken. Heutige Pumpen
haben 5-20 Watt elektrische Leistung, wo früher 85-100 Watt eingebaut
wurden. Die Leistung der neuen Pumpe sollte 0,5 Watt pro m² Wohnfläche
nicht überschreiten. Die Umwälzpumpe sollte von der zentralen
Heizungsregelung gesteuert werden, die sie bei geringem Wärmebedarf
abschaltet.
• Der Einbau eines Betriebsstundenzählers schafft Klarheit: Ein
Brenner sollte mindestens 1.600 bis 2.000 Stunden im Jahr in Betrieb
sein. Kürzere Laufzeiten bedeuten einen zu großen Kessel mit
unwirtschaftlichem Heizbetrieb.
• Der Austausch von älteren Heizkörpern ist technisch und
wirtschaftlich nur sinnvoll, wenn die Heizkörper Roststellen zeigen
oder undicht sind. Bis 1983 waren bei der Berechnung des Wärmebedarfs
eines Hauses Leistungsreserven in der Heizanlage von etwa 25 Prozent
üblich. Deshalb ist der Einbau eines energiesparenden
Niedertemperaturkessels oder Brennwertkessels meistens ohne große
Vergrößerung der Heizkörper möglich.
Ob eine Kesselerneuerung sinnvoll ist, zeigt der „„Energiepass
Hessen“. Mit einem Fragebogen werden die Gebäude- und
Heizungsanlagendaten erhoben, mit denen der „Energiepass Hessen“
berechnet wird. Dies ist die Eigenleistung des Hauseigentümers, zwei
Stunden, die sich lohnen. Der „Energiepass Hessen“ wird auf der
Grundlage des Fragebogens im Auftrag der „Hessische
Energiespar-Aktion“ durch qualifizierte Energieberater des hessischen
Handwerks und der hessischen Architekten- und Ingenieure gerechnet.
Der Energiepass kostet 75,00 Euro. Den Fragebogen gibt es unter:
www.energiesparaktion.de oder „„Hessische Energiespar-Aktion“,
Annastraße 15, 64285 Darmstadt.
Informationen zur „Hessischen Energiespar-Aktion“, zum „Energiepass
Hessen“, den Kooperationspartnern, die 14 Energiesparinformationen mit
detaillierten Hinweisen zu den wichtigsten Energiespartechniken, viele
weitere Fachbeiträge oder die Energieberaterliste erhalten Sie unter
www.energiesparaktion.de
Informationen zu den aktuellen Förderrichtlinien und -möglichkeiten
finden Sie unter www.kfw.de, www.bafa.de, oder www.foerderdata.de
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