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An der von Beerfelden nach Süden in Richtung Eberbach
am Neckar führenden Bundesstraße 45 liegt das alte
Dorf Gammelsbach. Der weit ausgedehnte, im Tal des Gammelsbaches
liegende Ort wurde urkundlich bereits am 9. Mai 772 aus Anlass
einer Schenkung an das Kloster Lorsch genannt. Das Wahrzeichen
Gammelsbachs ist die Burg Freienstein aus dem 12. Jahrhundert.
Die Burg Freienstein war vermutlich anfangs im Besitz des
Reichsklosters Lorsch und kam später in die Hand der
Pfalz. Bereits um das Jahr 1200 kam die Burg, damals pfälzischer
Lehensbesitz, an die Schenken von Erbach. Die starke erbachische
Feste war Grenzburg am Übergang vom Mümlingtal bzw.
vom Krähberg zum Neckar. Am eindruckvollsten war die
im Jahre 1988 eingestürzte, dem Berghang zugewandte mächtige
Schildmauer. Von der Mitte des 13. Jahrhunderts an bezeichneten
sich die Burgmänner des Hauses Erbach als Herren von
Freienstein. 1354 verkauften Arnolt von Freienstein und seine
Ehefrau ihren Anteil an dem unterhalb der Burg gelegenen Dorf
Gammelsbach mit allem Zubehör, mit Ausnahme der leibeigenen
Leute, an Schenk Konrad von Erbach.
Vor und nach dem 30-jährigen Krieg bestanden in Gammelsbach
zwei Manganerz und Alteisen verarbeitende Hämmer. Die
Land- und Waldwirtschaft war jedoch bis Anfang des 18. Jahrhunderts
die einzige Existenzgrundlage der Gammelsbacher Bevölkerung.
In den Wäldern und den Steinbrüchen des Neckartales
wurde aber auch schon zu dieser Zeit Nebenerwerb gesucht,
und Leinenweber lassen sich bis in das 19. Jahrhundert hinein
nachweisen. Heute fährt die Gammelsbacher Bevölkerung
zu ihren Arbeitsplätzen überwiegend nach Beerfelden
und in das Neckartal.
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