Oberzentmuseum

"Museum der Oberzent“
Heimat- und Geschichtsverein Oberzent e.V.
Brunnengasse 22 (an der Mümlingquelle), 64743 Beerfelden

Öffnungszeiten:
Donnerstags von 14.00 - 16.00 Uhr und Mai - Oktober sonntags von 14.00 - 16.30 Uhr.
Gesonderte Führungen nach Voranmeldung unter Tel. 06068-7590520 (Touristinformation),  oder 06068/1339, 06068/1243, 06068/940324, 06068/1053 bzw. email: infofoobar@beerfelder-landbarfoo.eu 

Das Museum der Oberzent - im Volksmund wegen den langjährigen Hauseigentümern als das „Schwartz´sche Haus“ bekannt - wurde im Jahre 1988 durch die Stadt Beerfelden erworben und Haus im Jahre 1992 dem Heimat- und Geschichtsverein Oberzent e. V. für ein Museum zur Verfügung gestellt.

Das Haus wurde unmittelbar nach dem Stadtbrand von 1810 erbaut und steht heute wegen seiner gut erhaltenen, originären Bausubstanz selbst unter Denkmalschutz.
In diesem kleinen Museum sollen geschichtliche Zeugnisse der Region und ihrer Bürger dargestellt werden.

Im linken Raum des EG´s wurde ein Kaufmannsladen aus der Zeit der Jahrhundertwende (19./20. Jh.) aufgestellt, ein seltenes Stück, das mit seinen unzähligen Schubladen und Emailleschildern Zeugnis gibt von der Vielfalt des Warenangebotes jener Zeit.

Im Eingangsbereich befindet sich eine Bilddokumentation über die ehemalige Bahnstrecke zwischen Beerfelden und Hetzbach. Ab 1904 beförderte die „Schellekattel“, wie die Bahn genannt wurde, Personen und Güter; der Personenverkehr wurde 1954 eingestellt, zehn Jahre später auch der Güterverkehr. Die Schienen wurden demontiert.

Im EG befindet sich auch das „Archiv für Historische Wörter“, das einzige seiner Art im deutschsprachigen Raum, aber auch Puppenküchen und altes Spielzeug, ein gut gefüllter Wäscheschrank, Schusterwerkstattsowie alles was man für die Wäsche brauchte, von der Nähmaschine über das Bügeleisen bis zu den Wäscheklammern.

In einem weiteren Raum ist eine Schusterwerkstatt zu sehen.
Schuhwerk war Voraussetzung für die Bewältigung der schweren Tagesarbeit. Behalf man sich im Haus und Stall mit Holz- oder Strohpantinen, musste für Feld und Wald Lederschuhwerk her.

In der kleinen Küche sieht man wie die einfachen Leute in der Zeitspanne zwischen 1900 u. 1950 lebten und arbeiteten.

Im Keller findet man alle Konservierungsarten, die früher nötig waren um Lebensmittel ohne unsere Technik haltbar zumachen. Auch die mühselige Arbeit des Wäschewaschens ist zu sehen.

In der "Gud Stub" mit originalen Fachwerkwänden hat der Odenwälder Volkskunstkreis Trachten und sonstiges Kulturgut ausgestellt.
Das rechte Zimmer im OG dient der Darstellung der Nebenerwerbstätigkeit der ländlichen Bevölkerung aus vergangenen Jahrhunderten, sowie die Textilherstellung vom Lein zum Linnen oder wie aus Schafwolle gewonnener Faden an ca. 100 Jahre alten Strickmaschinen Kleidung hergestellt wird.

Auch die Arbeitstätigkeiten im Wald werden in der Waldecke dargestellt, vom Heidelbeeren sammeln bis zum „Rennekloppe“.

Verschiedene Exponate einer ehemaligen Sattlerwerkstatt runden das Angebot dieses Museums ab. Wer aufgepasst hat kann dann auch erklären woher so manche Redensart kommt, wie z.B.  „durch die Lappen gehen“,  „sein blaues Wunder erleben“ oder „etwas auf dem Kerbholz haben“.