Das Projekt

Am 20. Mai 2014 hat die Stadtverordnetenversammlung Voraussetzungen und Grundlagen für die Umsetzung des IKEK beschlossen.
Dazu gehören drei wichtige Unterlagen:
(1) Das integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK)
(2) die Abgrenzung des Fördergebietes und
(3) die Kriterien für eine ortstypische Bauweise.

Wie schon berichtet, können auf dieser Grundlage private und öffentliche Investitionen gefördert werden, die der Belebung der Ortskerne dienen. Dafür ist Zeit bis einschließlich 2021.

Wozu sind diese Vorgaben wichtig und wer hat etwas davon?

IKEK und öffentliche Maßnahmen

Das IKEK, das Dipl.-Ing. Dorte Meyer-Marquart vom Büro für Umwelt- und Regionalentwicklung in Obernburg mit den Bürgerinnen und Bürgern im vergangenen Jahr erarbeitet hat, ist Grundlage für Maßnahmen, die am Gemeinwohl orientiert, also im öffentlichen Interesse sind. Dabei kann es sich um Projekte der Stadt Beerfelden, von Vereinen und anderen Trägern handeln. Bis einschließlich 2021 können Maßnahmen im Umfang von insgesamt 1 Million Euro Nettokosten gefördert werden, d.h., je nach aktueller Finanzlage erhält die Stadt für jeden Euro, der investiert wird, 65 Cent Zuschüsse und trägt selbst 35 Cent bei. Gelingt dies besonders gut, kann die Stadt noch mehr als den zugesagten Sockelbetrag von 1 Million Euro gefördert bekommen. Bei der festgelegten Summe handelt es sich um einen Planungswert. Die tatsächliche Förderung und Bewilligung erfolgt stets auf Grundlage der Mittelbereitstellung in den jeweiligen Landeshaushalten.

Im IKEK ist in Grundzügen beschrieben, welche öffentlichen Maßnahmen ergriffen werden sollen:
Dazu gehören Maßnahmen zur Förderung der Dorfgemeinschaft und der Vereine. In diesem Zusammenhang werden am 17. Juni 2014 alle Vereine und Gruppen von Beerfelden zu einem Treffen eingeladen, um gemeinsame Schritte zu verabreden – Einladung folgt. Speziell für die Jugend sind ein Jugendraum, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten und Ideen, wie Jugendliche besser von einem Stadtteil in den anderen kommen, dabei. Außerdem zählen Investitionen in den Dorfgemeinschaftshäusern dazu.
Im zweiten Handlungsfeld „Für städtebauliche Entwicklung – gegen Leerstand“ sollen zum Beispiel Flächenmanagement und Einzelhandelsberatung eingesetzt werden. Als erstes werden in den Stadtteilen Treffpunkte im Freien verbessert - unter dem Motto „Ortsmitte gestalten“. In diesem Jahr kann damit in Airlenbach und eventuell in Hetzbach begonnen werden, nach und nach sollen weitere Ortsteile folgen.
Ein weiteres Handlungsfeld befasst sich mit Versorgung und Mobilität. Hierzu gehört die Sicherung der ärztlichen Versorgung in der Oberzent. Beerfelden ist Teil des Gesamtprojektes „Bedarfsgerechte Weiterentwicklung der regionalen gesundheitspolitischen Versorgungsstrukturen im Odenwaldkreis“. Innerhalb dieses Projektes soll zunächst bis zum Ende 2014 ein Konzept zur Errichtung eines Gesundheitsversorgungszentrums in Beerfelden erstellt werden. Das Land Hessen fördert das Gesamtprojekt, eine Fördervereinbarung wurde vom Hessischen Gesundheitsminister und Landrat Kübler unterzeichnet. Außerdem lotet die Stadt aus, auf welchen Gebieten sie noch mehr mit den Nachbarkommunen zusammen arbeiten kann, um Mittel zu sparen und dennoch guten Service zu bieten. Dafür hat sie eine Studie bei der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung Wiesbaden in Auftrag gege-ben.
Zur Förderung der örtlichen Wirtschaft soll in Zukunft ein spezieller Beratungs-Service eingerichtet und die Ausbildung in den Betrieben vor Ort unterstützt werden.
Im Bereich Tourismus und Freizeit ist die Stadt in Kooperationen mit den Nachbarkommunen im Beerfelder Land auf einem guten Weg; hier sollen in Zusammenarbeit mit der Gastronomie und den Beherbergungsbetrieben und mit Unterstützung der Odenwald Tourismus GmbH weitere Schritte zur Ergänzung und Abrundung des Programms und des Service unternommen werden.

Welche Maßnahmen im Detail ergriffen werden, bereiten die IKEK-Teams und die Steuerungsgruppe vor und wird von der Stadtverordnetenversammlung entschieden.

Fördergebiet, ortstypische Bauweise und private Maßnahmen

In einem städtebaulichen Fachbeitrag wird abgegrenzt, in welchem Gebiet private Investitionen gefördert werden („Fördergebiet“). Außerdem wird festgelegt, welche Kriterien beim Bauen zu beachten sind, z.B. bei der Wahl von Materialien, Formen und Farben („Kriterien für die ortstypische Bauweise“). Das Planungsbüro Dipl.-Ing. Ingo Rohleder, Mühltal, hat in 2013 den städtebaulichen Fachbeitrag in Abstimmung mit der Abteilung Dorf- und Regionalentwicklung des Odenwaldkreises und Herrn Dipl.-Ing. Peter Bauer, Stadtverwaltung, erstellt und mit der Steuerungsgruppe des IKEK abgestimmt.
Private Maßnahmen werden nicht vom Budget für die öffentlichen Maßnahmen in Höhe der 1 Million Euro entnommen; sie werden je nach Haushaltslage aus einem extra Topf des Landes Hessen bezuschusst.

Im privaten Bereich gibt es innerhalb des festgesetzten Fördergebietes folgende Fördermöglichkeiten:

  • Bauliche Investitionen zur Umnutzung, Sanierung, Erweiterung, Erhaltung und Gestaltung von Gebäuden auf der Grundlage ortstypischer Bauweise, in besonderen Fällen Neuanlage und Wiederherstellung von Gebäuden,
  • Investitionen zur Erhaltung und Gestaltung des Ortsbildes, z. B. Mauern,Treppen, Brücken, Bildstöcke, Brunnen, Backhäuser.
  • Gefördert werden können nur Maßnahmen, die noch nicht begonnen oder in Auftrag gegeben sind und für die noch kein Material gekauft oder bestellt wurde.

Interessenten für Privatförderung melden sich bitte bei 
Frau Büchner (Landrat des Odenwaldkreises,
Hauptabteilung „Ländlicher Raum, Veterinärwesen und Verbraucherschutz“,
Abteilung Dorf- und Regionalentwicklung in Reichelsheim)
unter der Telefonnummer 06164/5051863
oder bei dem städtebaulichen Berater,
Herrn Rohleder (Tel. 06151/5994984),
oder beim Stadtbauamt,
Herr Bauer (Tel. 06068/7590514).